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Witze, Raps....dummes Zeug

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Beitragvon Gast » 19.02.2002, 12:32

Klausurvorbereitungen!

1. Die Diesmal-beginne-ich-rechtzeitig-Phase
Am Anfang der Planung sind die Studenten ziemlich optimistisch.
Immerhin besteht die Aussicht, daß mensch wenigstens dieses Mal
auf sinnvolle und systematische Weise arbeitet. Obwohl er um keinen
Preis der Welt bereit ist, gleich an die Arbeit zu gehen, rechnet der
Student in dieser Phase fest damit, daß der Arbeitswahn irgendwann spontan
über ihn kommt, Bald.

2. Die Ich-werde-gleich-was-tun-Phase
Der Zeitpunkt für einen wirklich frühzeitigen Beginn ist nun
verstrichen. Die Illusion, diesmal ein perfektes Timing hinzukriegen
schwindet.
Parallel dazu wird der Druck, anzufangen intensiver. Aber die Deadline
ist noch nicht in Sicht. Gleich geht\'s los.

3. Die Was-soll-ich-nur-tun-wenn-ich-jetzt-nichts-tue-Phase
Während die Zeit ungenutzt dahinzieht, hat sich die Frage eines
rechtzeitigen Beginns endgültig erledigt. Diese Hoffnung ist
dahin-dafür kommen Visionen. Der Student malt sich aus, wie es wäre,
wenn die Prüfung über Nacht abgeblasen oder -noch besser- verschoben
würde, ohne daß irgendwer gemerkt hätte, daß er schon wieder nicht in die
Hufe gekommen ist. Er beruhigt sich mit der Vorstellung, in mörderischen
Nachtschichten alles bisher Versäumte nachzuholen - demnächst! Er entwickelt
eine komplizierte Ausreden-Logistik. Trotzdem: Noch könnte er die
Vorbereitung
termingerecht abschließen.

4. Die Ich-tue-jetzt-was-anderes-Phase
Fast alle Studenten beginnen in diesem Stadium mit hektischen
Aktivitäten, die alles Mögliche betreffen, nur nicht die Vorbereitung.
Sie setzen alle ihre angesammelten Kräfte daran, den Schreibtisch
endlich vollständig zu säubern. Sie nehmen sich längst abgelegter
Arbeiten an. Sie füllen ihre Zeit mit Dingen, die ihnen wirklich
unangenehm sind - bloß, um die Prüfungsvorbereitungen zu verdrängen.

5. Die Ich-hab\'-auch-ein-Recht-auf-Freizeit-Phase
Der Emotionshaushalt des Studenten ist nun äußerst fragil.
Einerseits ist es ihm gelungen, sich selbst zu belügen. Andererseits
wachsen die Schwierigkeiten bezüglich der Zusammenfassung mit jeder Stunde.
In
diese Phase neigt der Student zu tollkühnem Eskapismus: Angesichts all der
Anforderungen, die an ihn gestellt werden, manifestiert sich nun das
Gefühl, mindestens einmal ein Recht auf Freizeit und Vergnügen zu
haben.
Die Prüfung, redet er sich ein, ist bloß ein Klacks, wenn er sich
vorher erstmals was gönnen kann, Jetzt fahren die Studenten erstemal nach
Hause, gehen ins Kino oder betrinken sich vorsätzlich.

6. Die Es-ist-immer-noch-etwas-Zeit-Phase
Obwohl er sich nach diesen Vergnügungen schuldig fühlt, und obwohl ihm
der Boden jetzt jeden Moment unter den Füßen wegzubrechen droht,
setzt der Student immer noch auf Zeit. Er ist allerdings sicher, daß
er demnächst in einen geradezu tierischen Arbeitsrausch verfallen wird.
Jetzt konzentriert er sich darauf, Zwischenergebnisse vorzutäuschen.
"Ja ja, ich bin mittendrin.." ist in dieser Phase sein Standardsatz.
Nebenfronten werden eröffnet. "Ich bin gerade auf einen interessanten
Aspekt gestoßen..", versucht er den Mitstudenten weiszumachen.

7. Die Mit-mir-stimmt-etwas- nicht-Phase
Gleichzeitig plumpst er jetzt in tiefe Depressionen.
Die Prüfungstermine sind zum Greifen nahe - aber unser Student hat so gut
wie nichts in
der Hand. Selbstvorwürfe und Selbstzweifel holen ihn ein. Er ist
überzeugt, daß ihm einfach fehlt, was alle anderen aufweisen können:
Disziplin, Mut, Grips!

8. Der Showdown - Die panische Phase
An diesem Punkt muß der Student seine Entscheidung treffen: Das
sinkende Schiff verlassen oder bis zum Ende durchhalten. Der Druck ist
so groß, daß er es nicht mehr aushält, auch nur eine einzige weitere
Sekunde auf Kosten der Vorbereitung zu verlieren. Sämtliche Fremdeinflüsse
werden ausgeschaltet. Der Student wäscht sich nicht mehr, verweigert
die Nahrungsaufnahme, meidet die Wirtschaften und unterdrückt den
Pinkelzwang. Ohne Wenn und Aber wirft er sich jetzt in die Schlacht.
Energiehormone werden in Extradosierungen ausgeschüttet. Die
Arbeit geht voran. Die Gewißheit, die Prüfung doch noch durchstehen zu
können ist da. Die Arbeit ist schwierig und schmerzhaft - dennoch
gerät der Student nun in die euphorische Phase. Es ist genau dieser Rausch,
den
er eigentlich sucht. Das Gefühl, es gerade noch einmal zu schaffen.
Dazu das Bewußtsein, in Besitz von Riesenkräften zu sein:
Seht, das Ergebnis ist gar nicht so schlecht! Erst recht, wenn man
bedenkt, daß keine Zeit mehr war. Ein anderer hätte das in der
vorgegebenen Zeit auch nicht besser hingekriegt.
Gast
 

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